Mit 4,50 Euro pro Stunde kann man zufrieden sein

18. Oktober 2009 · 7 comments

Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) hat ein Mindestarbeitsbedingungsgesetz vorgeschlagen, bei dem ein Lohn unter Euro 4,50 als sittenwidrig angesehen werden soll, alles darüber sei “doch ganz gut”.

Bei einem normalen Job mit 170 Stunden pro Monat kommt man dann auf einen Lohn von 765 Euro brutto. Nach Abzug von Steuern, Sozialabgaben und den Kosten für den Arbeitsweg dürfte man weit unter dem Niveau des Arbeitslosengeldes 2 angekommen sein. Der wirtschaftlich sinnvolle Rat für diese Leute kann also nur sein: Hört auf zu arbeiten!

Die ständig wachsende Schere zwischen Arm und Reich kann bei dieser Bundesregierung vermutlich nur noch gestoppt werden, wenn auf einmal die Büros und Privathäuser der Reichen nicht mehr geputzt werden, in einigen Supermärkten keiner mehr arbeitet, Pakete nicht mehr ausgeliefert werden und sich jeder die Haare selbst schneiden muss.

Obwohl wir sehr dankbar sein sollten, für alle, die für so einen Hungerlohn arbeiten, wird “einfach so weiter machen wie bisher” keinem weiterhelfen. Wenn die Menschen in diesem Land einen Mindestlohn von 4,50 Euro akzeptieren, wird in vier Jahren über 3,50 Euro geredet.

Wieso sind wir eigentlich so viel weniger wert, als die Menschen in anderen europäischen Ländern?

  • Belgien: 8,41 €
  • Niederlande: 8,58 €
  • Irland: 8,65 €
  • Frankreich: 8,82 €
  • Luxembourg: 9,73 €

Wir sind soviel weniger Wert, weil wir eine Regierung gewählt haben, die nicht gedenkt, die Interessen der Masse der Bevölkerung zu vertreten. Der Amtseid lautet, glaube ich:

“Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle der deutschen Wirtschaft widmen, ihren Nutzen mehren, Schaden von ihr wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, so lange sie nicht anderen Interessen im Wege stehen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jede juristische Person üben werde. So wahr mir Gott helfe.”

Quellen:

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1 K.N. Oktober 18, 2009 um 14:05  (Quote)
2 Arno Nym Oktober 18, 2009 um 15:58  (Quote)
3 Heiko Herberg (Pirat) Oktober 18, 2009 um 18:05  (Quote)
4 bachus Oktober 19, 2009 um 17:22  (Quote)

14.065,42 € . .Saarländischer Ministerpräsident Peter Müller (48, CDU) aus Saarbrücken
http://www.politik.de/forum/archive/index.php/t-62558.html
(die Zahlen sind von 2004!)

Also rechnen wir mal mit den 170h:
14065.42 / 170 = 82,74 €

Das 18.4 fache von dem, was er als “ganz gut” ansieht.
Es sei angemerkt, dass ich nicht weiß, ob die Zahlen sich auf die Nettobezüge beziehen. Falls ja, wird’s noch kranker.
Nochmal angemerkt, die genutzen Bezüge sind von 2004 – die dürften nicht gesunken sein, eher im Gegenteil.

Natürlich kann man argumentieren, er habe mehr Verantwortung zu tragen und daher sei sein Einkommen höher. Gern – nur soll er dann bitte auch seiner Verantwortung gerecht werden. Wer solche (Lobby-)Gesetze vorschlägt, für den sind 0,5€/h noch zuviel.

Antworten

5 der Kay Oktober 23, 2009 um 15:47  (Quote)

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